Übungen gegen Schmerzen

Häufig kommen Fragen nach Übungen gegen Schmerzen auf uns zu. Also die Frage: „Welche Übungen helfen gegen … meine Rückenschmerzen?… meine Schulterschmerzen? … meine Nackenverspannungen? … meine Knieschmerzen? … meine Fußprobleme?“ Je nach dem, wo der oder die Klient:in eben Beschwerden hat.

Diese Fragen zur Zufriedenheit der Fragenden zu beantworten ist nicht so ganz einfach. Schlicht und ergreifend deshalb, weil diese Frage meistens nicht in Richtung der Problemursache zielt. Sehr verständlich ist, dass die Fragenden ihre Schmerzen leid sind und sich eine Lösung wünschen. Mit der Frage nach Übungen sind schon wichtige Schritte passiert: das Bewusstsein, dass sie selbst etwas tun und verändern könnten ist vorhanden und auch eine gewisse Motivation zu üben. Wunderbar!

Um nun effektiv die Schmerzen lindern zu können, muss die Frage bzw. die Betrachtungsweise jedoch erweitert werden. Wichtig ist es, Hintergründe über die Entstehung von Schmerzen miteinzubeziehen. Mehr dazu findest Du im Artikel „Wie entstehen Schmerzen?“ Auf dem Hintergrund dieser Betrachtungen, ist dann auch die Frage „Welche Übungen helfen bei Schmerzen?“ zu beantworten:
Langfristig helfen die Übungen, die das ungünstige Bewegungsmuster in ein anatomisch sinnvolles verändern. Es braucht also Übungen, die es möglich machen, dass sich die alltäglichen Bewegungsmuster positiv verändern, denn erst dann wird sich das Problem ursächlich lösen lassen.
Plakativ ausgedrückt: Wenn ich 10 Minuten am Tag Übungen mache und mich die restlichen 15 Stunden und 50 Minuten meiner wachen Zeit weiter genauso ungünstig bewege wie vorher, habe ich an der Ursache des Problems nichts verändert. Dann bin ich mit meinen Übungen im Bereich Kompensation unterwegs. Das ist sicherlich besser als nichts und hat durchaus seinen Wert. Es funktioniert häufig auch eine ganze Weile recht gut. Effizient ist es aber nicht. Effizient ist es, die Alltagsbewegung so zu organisieren, dass sie anatomisch sinnvoll ist, dann braucht es nämlich meistens kaum mehr Übungen.

Da anatomisch sinnvolle Bewegung nach x Jahren und tausenden von Wiederholungen ungünstiger Bewegung leider nicht plötzlich vom Himmel fällt, kommen die Übungen aber doch wieder in Spiel: Das Erlernen von neuen Bewegungsmustern ist ein Prozess und gezielte Übungen sind meist hilfreich und nötig. 

Folgendes lässt sich mit Übungen gut erreichen: 

  • neue Bewegungsmöglichkeiten entdecken und lernen
  • komplexe Bewegung vereinfachen, sodass es möglich wird, sich auf einen Aspekt der Bewegung zu konzentrieren
  • Bewusstsein und Gefühl für Details einer Bewegung entwickeln
  • Strukturen entspannen oder kräftigen
  • anatomisch sinnvolle Koodination wiederholen und festigen


Letztendlich sollte eine Übung immer das Ziel haben, sich selbst überflüssig zu machen, weil das Gelernte in die Alltagsbewegung integriert werden konnte.

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