Körperorganisation als Ganzkörperkonzept

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie perfekt sich der menschliche Körper entwickelt hat um möglichst energieffizient und verschleißfrei aufrecht gehen und laufen zu können. Wenn sich Mensch anatomisch sinnvoll koordiniert bewegt, arbeiten alle Körperteile und -strukturen perfekt zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Wir sind es gewohnt, oftmals in Kompromissen zu denken und zu fragen: wieviel müssen die Einzelnen von ihrem persönlichen Optimum abweichen um eine gemeinsame Lösung zu finden, die für alle tragbar ist? Eine solche Frage müssen wir uns glücklicherweise nicht stellen, wenn es um Körperorganisation geht. Die Frage lautet nicht: Wie finde ich einen Kompromiss zwischen möglichst geringem Verschleiß der Knie, halbwegs schmerzfreien Füßen und einer einigermaßen beweglichen Hüfte?
Korrekt wäre: Wie muss ich mich organisieren, damit sowohl das Knie optimal gesund bleibt, als auch die Füße schmerzfrei und gleichzeitig das Hüftgelenk beweglich? Wenn wir das geniale Potenzial des Körpers nutzen, entstehen keine Kompromisse, sondern nur noch win-win-Situationen. Ein stabiler, aufgerichter, kraftvoll in sich verschraubter Fuß unterstützt die anatomisch sinnvolle Beckenorganisation. Die Beckenaufrichtung und -positionierung ermöglicht und fördert die gesunde Fußkoordination. Davon profitiert auch das Knie, denn es kann sich zwischen einem aufgerichteten Becken und anatomisch sinnvoll koordinierten Füßen seiner Bauweise entsprechend gesund bewegen. Und eine gesunde Kniebewegung erleichtert wiederum die anatomisch sinnvolle Fuß- und Beckenkoordination. Und es geht noch weiter: Ist das Becken aufgerichtet und korrekt positioniert (siehe hierzu den Artikel «Positioniere den Becken über den Sprunggelenken!«) und der Kopf in einer zentrierten Haltung können sich Wirbelsäule und Brustkorb ausrichten und die Schultern entspannen sich in die eigentlich für sie vorgesehene Position. Sind die Schultern dort, wo sie optimalerweise sein sollten begünstigen sie kraftvolle Handbewegungen, usw…

Alle Teile hängen mit allen zusammen und sind miteinander verbunden. Wenn wir also an einer gesunden Haltung arbeiten, oder möchten, dass an einer bestimmten Stelle die Verspannung oder der Schmerz verschwindet, dann ist es meist nicht abschließend hilfreich, lokal Symptombekämpfung zu betreiben. Es ist nötig, den ganzen Körper zu betrachten und die dysfunktionalen Bewegungsmuster durch anatomisch sinnvolle zu ersetzen. Das klingt jetzt vielleicht nach viel oder nach viel zu kompliziert. Ja, es hat eine gewisse Komplexität. Aber das Schöne daran: Egal wo Du anfängst, einen Körperteil anatomisch sinnvoller auszurichten und zu organisieren – es profitiert immer Dein ganzer Körper!

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