Mit dem Fuß umgeknickt – und dann?

Vor ungefähr einem halben Jahr kam eine junge Klientin zu mir in die Einzelstunde, ziemlich frustriert und verzweifelt. Sie erzählte, dass sie vor ein paar Monaten beim Wandern mit dem Fuß umgeknickt sei und danach beim Arzt war. Es wurde nicht klar, ob die Bänder überdehnt, angerissen oder gerissen waren und sie bekam eine Schiene mit der Anweisung, diese 6 Wochen zu tragen. Danach sei dann wieder alles gut. Nach 6 Wochen und dem Abnehmen der Schiene war allerdings nicht alles wieder gut und die Schmerzen im Fuß blieben. Weitere Hinweise oder Physiotherapie bekam sie aber nicht, es dauere bei ihr halt etwas länger, hieß es.

In der Blickdiagnostik war deutlich sichtbar, dass sich eine Fußfehlstellung entwickelt hatte. Der Fuß, mit dem sie umgeknickt war, stand nach außen rotiert in einer Knick-Senkfuß-Stellung und unter Belastung zeigte sich das Fußgewölbe instabil und kollabierte. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich solche Fehlstellungen leider allermeistens nicht wieder von selbst korrigieren, auch nicht mit noch etwas Zeit. Mit einem gezielten, differenzierten Training sind diese Probleme allerdings in der Regel gut in den Griff zu bekommen. Mit einer klaren Vorstellung von anatomisch sinnvoller Koodination ist es möglich den Fuß wieder in ein gesundes, stabiles Bewegungsmuster zu leiten und die nötige Muskulatur entsprechend aufzubauen. Dies hat die Klientin mit etwas Geduld und Ausdauer geschafft und ist inzwischen wieder nahezu schmerzfrei unterwegs.

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